DIETER ALGE: „WIR ALLE WISSEN, DASS DER FUSSBALL KEIN WUNSCHKONZERT IST!“

Seit mittlerweile 129 Tagen ist Dieter Alge beim SC Austria Lustenau als Sportchef im Amt. Eine intensive Herbstsaison, erste Kaderentscheidungen und viele Gespräche liegen hinter ihm – Zeit für eine erste Zwischenbilanz: Der gebürtige Dornbirner spricht über die Arbeit im Sportgremium, die Philosophie hinter der Kaderplanung und die Ziele von Grün-Weiß für die Rückrunde.

 

Hallo Dieter – heute ist Deadline-Day in Österreich. Sprich der letzte Tag, an dem neue Spieler den Verein wechseln können. Für dich und das Lustenauer Sportgremium wird der heutige Tag aber eher ruhig verlaufen, oder?

Ja, davon ist auszugehen. Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt und unsere Offensive gezielt nochmals verstärkt. Ansonsten wollen wir bewusst jenen Spielern das Vertrauen schenken, die im Herbst einen sehr guten Job gemacht haben.  

Wenn wir gerade beim angesprochenen Sportgremium bestehend aus dir, Valentin Drexel, Stephan Muxel und Ingo Winter sind. Nimm uns mit – wie läuft der Austausch im Sportgremium konkret ab – tägliche Calls, fixe Meetings oder eher ständig im Austausch?

Entscheidungen im sportlichen Bereich treffen wir grundsätzlich im Team. Entsprechend stehen wir in ständigem Austausch, sowohl informell im Alltag als auch in fixen Strukturen. Zusätzlich haben wir jeden Montag einen gemeinsamen Call, in dem wir die aktuellen Themen besprechen und Entscheidungen abstimmen.

Wofür soll der Kader der Austria in der Zukunft stehen – eher Erfahrung, Mentalität oder Entwicklungspotenzial?

Wir verfolgen eine klare Spielphilosophie, an der wir auch die Zusammenstellung unseres Kaders ausrichten. Dabei setzen wir bewusst auf eine gesunde Mischung aus erfahrenen Spielern und jungen Akteuren mit Entwicklungspotenzial. Die Austria soll zudem ein Verein sein, bei dem talentierte Spieler den nächsten Schritt machen können. Ein gutes Beispiel dafür ist Emir Tuna, der aus unserem eigenen Nachwuchs stammt und regelmäßig mit der Kampfmannschaft trainiert.

Mit Asumah Abubakar konntet ihr kürzlich einen neuen Angreifer präsentieren. In seinem ersten Testspiel hat der Portugiese auch gleich getroffen. Was erhoffst du dir von ihm im Frühjahr?

Tore (lacht). Mit „Abu“ ist es uns gelungen, einen erfahrenen Stürmer für unsere Offensive zu verpflichten. Er passt sehr gut zu unserer Spielidee und hat sich bereits schnell in die Mannschaft integriert. Mit seiner Verpflichtung erhoffen wir uns zusätzliche Torgefahr sowie mehr Durchschlagskraft im letzten Angriffsdrittel.

Nach dem 2:1-Sieg zum Auftakt gegen den SC Brühl St. Gallen setzte es vergangene Woche für Grün-Weiß im Testspiel gegen Bundesligist WSG Tirol am Ende eine doch deutliche Niederlage. Wie hast du das Spiel gesehen, was muss sich deiner Meinung nach mit Blick auf den Liga-Restart Mitte Februar noch bessern?

Wir befinden uns aktuell mitten in der Vorbereitung, während die WSG Tirol dieses Spiel bereits als Generalprobe für den Meisterschaftsstart genutzt hat. Entsprechend würde ich das Ergebnis weder überbewerten noch schönreden. Aus solchen Partien können Trainer und Mannschaft sehr viel mitnehmen. Wir haben das Spiel intensiv analysiert und werden gezielt daran arbeiten, die aufgezeigten Defizite bereits im nächsten Testspiel zu verbessern.     

Nun zu dir. Du hast deinen ersten Herbst als Sportchef der Austria erlebt. Wie fällt dein Fazit bisher aus?

Sehr positiv. Es ist uns gelungen, eine Mannschaft zu formen, die sowohl im Training als auch im Spiel mit großer Intensität und Einsatzbereitschaft arbeitet. Die Leistungen waren zwar noch nicht durchgehend konstant, dennoch stehen wir aktuell auf Rang vier – nur einen Punkt hinter dem Tabellenführer. Dieses Zwischenergebnis hätte ich zu Beginn der Saison sofort unterschrieben.

Du bist gebürtiger Dornbirner und kennst die Region. Was bedeutet es dir persönlich, hier beim Verein Verantwortung zu tragen – spürt man da nochmal eine andere Verbundenheit?

Absolut. In Vorarlberg gibt es nur drei Profiklubs, umso größer ist der Stolz, bei einem Traditionsverein wie der Austria eine so verantwortungsvolle Rolle übernehmen zu dürfen. Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen, das mir der Klub entgegenbringt – diese Verbundenheit spürt man jeden Tag. 

Abschließend: Was wünschst du dir persönlich und sportlich für die kommenden Monate bei der Austria?

Wir alle wissen, dass der Fußball kein Wunschkonzert ist. Wenn man allerdings einen Blick auf die Tabelle wirft, wird auch klar, welches große Ziel wir vor Augen haben. Vor uns liegen zwölf enorm schwere Spiele, und wir sind uns bewusst, dass die Erwartungen – intern wie extern – in der Rückrunde andere sein werden als noch im Herbst. Ich bin aber überzeugt, dass unser Team alles daransetzen wird, diesen Herausforderungen mit maximalem Einsatz, Zusammenhalt und Fokus zu begegnen.  

Dieter Alge

Sportchef Dieter Alge über die Arbeit im Sportgremium, die Philosophie hinter der Kaderplanung und die Ziele von Grün-Weiß für die Rückrunde.

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