Jean Hugonet: „Ich war hungrig, wieder Fußballspielen zu können!“

Mittwoch, 30 März 2022
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Vergangenen Sommer wechselte Jean Hugonet vom französischen Viertligisten US Saint-Malo zum SC Austria Lustenau. Von Tag eins an konnte der Defensivmann in der Auswahl von Coach Markus Mader voll überzeugen. Im Interview spricht der 22-Jährige über seinen bisherigen Werdegang und auch über das anstehende Match am Freitag in Amstetten.  

Servus Jean! Du stehst nun schon einigen Monaten bei Grün-Weiß unter Vertrag. Wie gefällt es dir hier und wie würdest du den Verein SC Austria Lustenau beschreiben?

Es gefällt mir hier seit meinem ersten Tag. Im Verein, aber auch generell in Lustenau. Der SC Austria Lustenau ist ganz besonders. Es gibt hier so viele besondere Menschen, die einen unterstützen. Sei es zum Beispiel Lotte, Uschi, Otmar oder Walter – sie sind immer da und helfen uns, wenn wir etwas brauchen. Auch die Fans sind unglaublich. Der Support von den Rängen während der Heimspiele hat mir gleich von Beginn an imponiert. Aber auch die Region hier in Vorarlberg find ich spitze. In meiner Freizeit habe ich schon viele schöne Orte im Ländle besucht. Ich fühle mich zuhause, obwohl ich von meinem echten Zuhause weit entfernt bin. 

In 19 von 20 Pflichtspielen hast du keine Minute verpasst. Vergangene Runde musstest du wegen einer Gelbsperre aber zuschauen. Wie schwer war es für dich, nicht mit deinen Mitspielern auf dem Feld stehen zu können?

Es war unglaublich schwer für mich. Normalerweise fühle ich mich vor Spielen nicht gestresst, aber vor dieser Partie konnte ich nicht ruhig bleiben. Nicht, dass ich meinen Mitspielern nicht vertraute, aber ich hätte das Team einfach gerne auf dem Platz unterstützt. Regeln sind aber Regeln. Gerade nach dem Innsbruck-Spiel war die Sperre natürlich doppelt frustrierend. In Abschnitt eins habe ich das Spiel von der Haupttribüne aus verfolgt, danach wollte ich unbedingt näher bei der Mannschaft sein und habe die Jungs dann hinter dem Tor so laut es ging unterstützt. Als kurz vor Schluss der Ausgleich fiel, war ich sehr glücklich.

Dein persönlicher Werdegang ist ganz anders, wie der deiner Mitspieler und für viele fast nicht zu glauben: Vor deinem Engagement im Reichshofstadion hast du in zwei Jahren nur drei Spiele bestritten. Erzähl und ein wenig deiner bisherigen Karriere?

Mit dem Fußballspielen habe ich in meiner Heimatstadt begonnen, ehe ich mit zwölf Jahren zu einem besseren Verein in der Nähe von Paris wechselte. Als Teenager war ich eher klein und dünn. Die Trainer sagten mir immer, ich sei zu schmächtig für die erste Mannschaft. Ich habe aber immer an mich geglaubt und an mir gearbeitet. Ich zog dann wegen meines Studiums nach Paris und traf dort den U19-Coach von Paris FC, welcher mich zu einem Probetraining eingeladen hat. Ein Monat später war ich bereits Kapitän der Mannschaft und wir spielten eine gute Saison. In der Folgespielzeit kickte ich bei der zweiten Mannschaft und unterschrieb schließlich einen Profivertrag bei der ersten Auswahl. Der Trainer setzte dann aber nicht auf mich und so wurde mir dann später mittgeteilt, dass mein Vertrag nicht verlängert wird. Der anschließende Sommer war schwierig für mich – ich telefonierte mit vielen Vereinen, Coaches sowie Agenten, ehe ich im Oktober in die vierte französische Liga wechselte. Eine Woche nach meiner ersten Partie für meinen neuen Verein kam es in Frankreich zum nächsten Lockdown und die Saison war damit wieder zu Ende. Als sich dann Monate später über meinen Berater die Möglichkeit ergab, in Clermont vorzuspielen, war ich überglücklich. Über Clermont kam dann Lustenau ins Spiel. Ich erinnere mich noch gut, wie ich Ende Mai das Spiel der Austria angeschaut und meine Daumen für einen positiven Saisonausgang gedrückt habe. Dadurch stand meinem Wechsel nach Lustenau auch nichts mehr im Wege. Jetzt kann ich sagen, dass der Schritt genau der Richtige für mich war und ich sehr froh bin, hier zu sein.

Hand aufs Herz: hast du mit so starken Leistungen von dir persönlich gerechnet? Wo musst du dich noch verbessern?

Nach zwei schwierigen Jahren war ich bei meiner Ankunft in Lustenau hungrig, endlich wieder Fußballspielen zu können. Ich bin hergekommen, um zu zeigen, was ich kann. Ich war mir sicher, dass ich mich noch weiterentwickeln muss. Ich wusste aber was ich kann und war deswegen von meinen Leistungen auch nicht überrascht. Natürlich spielt das Team auch eine wesentliche Rolle, denn allein geht im Fußball nichts. Ich muss mich, wie schon gesagt, aber in vielen Bereichen noch verbessern. Ich will körperlich zulegen, schneller auf etwaige Situationen im Spiel reagieren und vor dem Tor auch gefährlicher werden. Auch in Sachen Sprache will ich mehr lernen, um mich mit meinen Teamkollegen einfach verständigen zu können. 

Am kommenden Freitag steht das Auswärtsspiel in Amstetten an. Was erwartest du von der Partie und wie wollt ihr nach zuletzt drei Spielen ohne vollen Erfolg auf die Siegerstraße zurückkehren?

Wir hatten die Möglichkeit zu regenerieren. Nun haben wir ein schweres Spiel in Amstetten vor der Brust. Wir möchten so auftreten, wie in unseren erfolgreichen Partien in dieser Saison. Die vergangenen drei Spiele haben wir abgehakt, jetzt wollen wir eine Reaktion zeigen. In den verbleibenden Matches wollen wir noch einmal alles geben. Wenn wir wieder mit dem Herzen spielen, können wir mit drei Punkten aus Oberösterreich zurückkehren und dann auch das Saisonfinale erfolgreich gestalten.

 

Zum Abschluss noch ein kurzer Wordrap.

Mein Lieblingsort ist: In Frankreich meine Heimatstadt, in Vorarlberg das Reichshofstadion

Das esse ich am liebsten: ein gutes Stück Fleisch

Wäre ich nicht Fußballer, wäre ich: Schlagzeuger oder Pilot

Ich las zuletzt: Ein Buch über die französische Politik

Mein Lebensmotto: Hab ich nicht wirklich. Aber das Gedicht „if“ von Rudyart Kipling inspiriert mich sehr

Team VS. Team 2

14.08.2022

Sonntag, 17:00 Uhr

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Hotel Gotthard
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