"Unser Ziel ist es möglich gut zu spielen"

Freitag, 22 Juli 2016

Heute startet die SkyGo Erste Liga wieder voll durch. Bereits am Mittwoch standen Trainer Lassaad Chabbi, Manager Daniel Ernemann, Spieler Raphael Dwamena und Präsident Hubert Nagel Rede und Antwort. Thema unter anderem: Saisonauftakt gegen den LASK, Raphael's Wechsel zur Austria und die übliche "Wer gewinnt die Liga" Thematik.

­­­Wie geht ihr mit der neuen Situation um? Vor einem Jahr ging es gegen den Abstieg, nun werdet ihr als Aufstiegskandidat gehandelt. Bedeutet das mehr Druck?
Chabbi: Druck und Stress gehören immer dazu. Wir haben uns vor einem Jahr nicht als Abstiegskandidat gefühlt und nehmen heute das Wort Aufstieg nicht in den Mund. Aber wir wollen möglichst weit oben mitspielen und unseren Besuchern und Fans attraktiven, offensiven Fußball bieten. Dafür zahlen sie Eintritt, unterstützten uns auf den Tribünen und begleiten uns auf weiten Auswärtsfahrten wie gegen ATUS Ferlach. Wenn wir gewinnen, bereiten wir ihnen und uns selbst Freude.

Wie schätzt ihr den LASK ein, ist er stärker oder schwächer geworden?
Chabbi: Gegen den LASK wird es ein schweres Spiel. Die Linzer zählen zum Favoritenkreis in der Sky Go Ersten Liga. Wir haben in den letzten Jahren immer vier Spiele gegeneinander ausgetragen, oft mit offenem Schlagabtausch. Wir kennen uns also gegenseitig gut. Ob sie stärker geworden sind, wird sich weisen. Auch wir haben Abgänge zu verkraften, aber wir haben auch gute Zugänge. Qualitativ sind wir gegenüber der letzte Saison mindestens gleich gut geblieben. Aber wir haben das klare Ziel mehr zu erreichen also vor einem Jahr.

Ernemann: Von der Kaderstärke sind wir gleich geblieben, haben aber einen Spieler weniger. Neu kommt U19-Nationalspieler Benjamin Kaufmann, ein Vorarlberger zu uns, dessen Stärke in der Verteidigung liegen. Wir haben drei Spieler von Liefering geholt. Liefering setzt ebenfalls auf junge Spieler, hat ein ähnliches Spielsystem, vor allem in der Defensive. Unterschiede gibt es in der Offensive. Wir haben uns ganz gezielt verstärkt.

Welches Spielsystem werdet ihr in Zukunft anlegen?
Chabbi: Wir spielen mit jungen Spielern, schnell und offensiv. Ich sehe aber einen Unterschied zwischen Liefering, wo Red Bull junge Spieler aufbaut. Dort trägt der Einzelne weniger Verantwortung. Bei uns muss auch ein junger Spieler sofort Mitverantwortung für das Team übernehmen. Die älteren Spieler sind ihnen gute Vorbilder. So Kapitän Christoph Stückler und Mario Bolter, die beide Familienväter sind. Da geht es um das wirkliche Leben und nicht nur ums Spiel.

Raphael, du bist erst seit kurzem bei der Austria. Stimmst du deinem Trainer zu?
Raphael Dwamena: Ich habe bei Red Bull Ghana begonnen und bin dann zum FC Liefering gekommen, wo ich viel gelernt habe. Bei der Austria ist es tatsächlich anders, wir haben noch mehr individuelle Verantwortung. Zudem spielen bei der Austria erfahrene Spieler wie Stückler, Bolter oder Pius Grabher. Ich muss meine Aufgabe erledigen, das ist Tore schießen.

Wo liegen die Unterschiede zwischen den Spielern, die die Austria verlassen haben und den neuen Spielern?
Chabbi: Valentin Grubeck spielt anders, ist ein anderer Spielercharakter. Aber Seif und Raphael sind von der Spielanlage vergleichbar. Raphael ist mit dem Kopf noch stärker und auch mit den Füßen ist er ein echter Afrikaner. Alle Afrikaner, die bei mir sind, können kicken (lacht).

Habt ihr verletzte oder angeschlagene Spieler?
Chabbi: Bruno hat eine Adduktorenverletzung und konnte deshalb nicht trainieren. Er wird noch zwei, drei Wochen fehlen. Bei mir spielen generell nur fitte Spieler, da gehe ich kein Risiko ein. Marco Krainz kommt morgen von der U19-EM zurück. Mit Benjamin Kaufmann haben wir einen weiteren Nationalspieler aus Vorarlberg im Team, der uns ideal ergänzt.

Hast du deine Wunschmannschaft beisammen?
Chabbi: Ich habe keine Wunschmannschaft, sondern 20 Spieler, auf die ich zähle. Ich rotiere gerne. Jeder kennt meine Devise: Wer nicht gut trainiert, spielt nicht. Das Training ist das Wichtigste, egal wie einer im letzten Spiel brilliert hat. Im Fußball ist wie in jedem Beruf. Du kannst dich nicht auf den Lorbeeren ausruhen und sagen, gestern habe ich gut gearbeitet, heute ruhe ich mich aus. Wir haben 20 gute Spieler, die alle spielerisch auf der Höhe sind. Da ist es schwierig, eine Wunschelf zu finden. Außerdem stelle ich situationsbedingt auf, das hängt vom jeweiligen Gegner ab.

Frage an Raphael Dwamena: Wir vergleichst du die Spielsysteme mit der Philosophie von Red Bull in Liefering und Austria Lustenau? Wie wurdest du von der Mannschaft aufgenommen? Man hört, du hattest andere Angebote, weshalb bist du nach Lustenau gekommen?
Raphael: Austria und Liefering haben ähnliche Spielsysteme. Da ist es leicht, sich in das Team einzugliedern. Ich fühle mich hier sehr wohl. In Liefering war ich beim Trainer nicht mehr gefragt, aber ich hatte einige gute Angebote, auch aus der 1. österreichischen Bundesliga. Trainer Lassaad Chabbi hat mich angerufen und zeigte mir damit, dass ich wichtig für das Team sei. Ich hätte andere Angebote annehmen können, auch in der 1. Bundesliga. Aber ich spürte, dass mich der Trainer bei der Austria haben will. Dieses Vertrauen war der Grund, dass ich mich Austria entschieden habe.

Chabbi: Präsident Hubert Nagel, Daniel Ernemann und ich haben Raphael in Liefering beobachtet. Wir waren uns klar, dass er zu uns passt und zu uns kommen sollte. Er hat eine richtige Entscheidung getroffen.

Du hast die Ausbildung bei Red Bull Salzburg genossen. Wie wichtig war das für das für die Weiterentwicklung?
Raphael: Mit 16 Jahren habe ich bereits bei Red Bull Ghana gespielt. Dort hatten wir einen niederländischen Trainer. Dann wurde ich von Red Bull nach Österreich geholt, konnte in Salzburg sehr viel lernen und mich spielerisch entwickeln. Nach dem FC Liefering ist Austria Lustenau ist nun der beste Schritt. Der Trainer ist gut, das Spielsystem passt mir. Um erfolgreich zu sein, ist es wichtig, dass du dich mit dem Trainer und der Mannschaft verstehst.

Huber, vor einem Jahr hat niemand von eurer jungen Mannschaft etwas erwartet. Heuer ist der Erwartungsdruck höher. Wie siehst du das?
Hubert Nagel: Wir wünschen uns eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr. Nach der letzten Saison, in der wir viele gute Spiele zeigten, sind die Erwartungen sind gestiegen, aber den Titel verlangt keiner. Wichtig ist, dass wir uns als Mannschaft und spielerisch steigern, an einem Strang ziehen und uns positiv entwickeln. Unser Ziel ist es innerhalb der zwei nächsten Jahre aufzusteigen. In der nächsten Saison ist das realistischer, wenn zwei Mannschaften aufsteigen. Heuer wäre es etwas verfrüht.

Ihr seid Mitfavorit, das kommt ja nicht von ungefähr!
Chabbi: Natürlich gehören wir zum Favoritenkreis, aber das Ziel muss sein, möglichst gut zu spielen. Der LASK gilt seit jeher als Favorit, hat viel investiert, redet vom Aufstieg und spielt trotzdem noch immer in unserer Liga. Das habe ich gerade Oliver Glasner gesagt. Wir reden nicht vom Aufstieg, werden wir alles geben, um in jedem Spiel positiv zu überraschen und uns sehr gut zu präsentieren.

Könnt ihr die Sky Go Erste Liga einschätzen?
Chabbi: Die Liga ist heuer noch schwerer einzuschätzen als früher. Innsbruck und den LASK als Favoriten kennen wir von vielen Begegnungen. Der SV Horn ist unberechenbar. Mit ihrem japanischen Sponsor Honda, der in Italien als Spieler eine Größe ist, reden sie vom Aufstieg. Das erinnert an Klagenfurt. Dort redete man auch vom Aufstieg und am Saisonende waren sie weg.

Vielen Dank für das ausführliche Gespräch und viel Erfolg für das Spiel.

Team VS. Team 2

20.04.2018

Freitag, 18:30 Uhr

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