Interview mit Andreas Lipa: "Um den Aufstieg spielen zu müssen, ist für mich Motivation"

Mittwoch, 19 April 2017

Zum Start seiner Zeit als Trainer bei der Austria haben wir uns mit Andreas Lipa (45) getroffen und ein ausführliches Interview geführt. Themen: Herausforderung kommende Saison, Spielsystem, Spieler, der Trainer Lipa und vieles mehr. Viel Spaß beim Lesen!

Andreas, du hast mit dem Trainerposten hier in Lustenau einen weiteren Schritt in deiner Karriere nach dem aktiven Fußballer-Dasein gemacht. Wie fühlt es sich an, an deine alte Wirkungsstätte zurückzukehren?
Es fühlt sich sehr schön an, wieder nach Lustenau zurück zu kommen. Ich habe hier mehrere Jahre verbracht und dabei nur gute Erfahrungen gesammelt. Es fühlt sich für mich wie ein zweites Zuhause an. Ich kenne nämlich doch noch viele Leute in Vorarlberg. Auch einige gute Freunde sind hier im Ländle zuhause, zu denen ich all die Jahre den Kontakt aufrecht erhalten habe.

Warum hast du dich für einen Wechsel zur Lustenauer Austria entschieden?
Mir ist die Entscheidung relativ leicht gefallen. Die Ausgangslage für die kommende Saison mit dem klaren Ziel aufzusteigen, stellt für mich eine interessante Konstellation dar. Der Verein möchte unbedingt aufsteigen. In den Gesprächen mit Hubert (Nagel) haben sich die gleichen Vorstellungen herauskristallisiert. Für mich ist dieser Schritt einfach auch der nächste in meiner Entwicklung als Trainer. Ich möchte auf alle Fälle den Aufstieg mit der Austria perfekt machen.

Wie würdest du dich selbst (als Trainer) beschreiben?
Es ist nicht so einfach sich selbst zu beschreiben. Da können sich Außenstehende einfacher ein Bild machen. Generell orientiere ich mich aber an den “normalen” Tugenden des Fußballs: Hartes Arbeiten, Spaß an der Arbeit, unbändiger Wille sich selbst verbessern zu wollen, Freude und Leidenschaft am Fußball spielen und immer alles zu geben.
Ich würde mich außerdem als ein Trainer beschreiben, der sehr viel Wert auf die Beobachtung von Spielern legt. Im Endeffekt versuche ich dann meine Beobachtung so zu nützen, um jedem Spieler individuell in seiner Weiterentwicklung zu helfen. Deshalb lege ich auch Wert darauf viele Einzelgespräche zu führen. Als Trainer kann ich im Vorfeld und im Nachhinein an den Rädchen drehen. Die Spieler müssen also von mir so vorbereitet werden, dass sie im Spiel gezielt agieren, denn am Platz können nur sie die Entscheidungen treffen. Natürlich gebe ich auch zu, dass ich sehr emotional werden kann und somit auch nicht davor zurückschrecke, an der Seitenlinie mal laut zu werden.

Die Austria ist jetzt deine nächste Station als Profi-Trainer. Was erwartest du von der neuen Herausforderung?
In den letzten Wochen habe ich mir natürlich die Spiele der Austria angeschaut und auch den einen oder anderen Punkt bereits notiert, wo ich in Zukunft ansetzen möchte. Ich komme zwar jetzt vom 1. FC Bisamberg zur Austria, aber von meiner Zeit als Trainer bei der Vienna kenne ich bereits die Abläufe auf Profi-Niveau. Wir haben dort auch bereits sieben Mal die Woche trainiert. Somit sollte ich keine Schwierigkeiten mit der Intensität haben. Was ich mir natürlich erwarte ist, dass die Spieler eine Liga höher mehr Erfahrung und Qualität mit sich bringen. Die Mannschaft in Lustenau hat Potential, aber Talent alleine reicht heutzutage nicht mehr aus. Wir müssen vor allem taktisch an uns arbeiten, um besser zu werden. Aber ich bin überzeugt davon, dass die Spieler dazu bereit sind.

Du warst bei der Austria der Fels in der Defensive und hast die Abwehr koordiniert. Welche Art von Fußball will der Trainer Andreas Lipa sehen?
Ich möchte am Feld meine Mannschaft als das aktivere Team sehen und setze daher auf offensiven Fußball und hohes Attackieren. Der Gegner soll so früh unter Druck gesetzt werden, damit auf unserer Seite erst gar kein Druck entstehen kann. Ich bevorzuge meistens ein 4-3-3 oder 3-4-3 System. Außerdem halte ich nichts davon mich am Gegner zu orientieren. Ich will mit meinem Team agieren und nicht reagieren. Natürlich wird jeder Konkurrent ernst genommen und analysiert, denn in dieser Liga gibt es keine leichten Spiele. Aber im Idealfall wollen wir dem Kontrahenten unser Spiel aufdrängen.

Ein Trainer ist immer gefordert die Stärken des Teams zu stärken und die Schwächen zu schwächen. Wo siehst du die Stärken, wo die Schwächen bei der Austria?
Die Zeit für eine detaillierte Analyse war bis jetzt zu kurz, aber natürlich gibt es einige Punkte, die einem sofort auffallen. Die Austria hat sehr viel individuelle Qualität in der Mannschaft. Auf den Flügeln stehen aktuelle viele schnelle Spieler zur Verfügung, die jedes andere Team in Bedrängnis bringen können. Auf der anderen Seite ist natürlich zu sehen, dass es mit dem Abschluss nicht immer so klappt wie man das gerne hätte. Ich denke, dass man sich im Kombinationsspiel nach vorne noch weiterentwickeln kann. Zusätzlich sollten wir im Verbund enger agieren, da wir sehr gerne weit auseinander driften. Aber es sind keine Schwächen auszumachen, die man nicht beheben bzw. - wie vorher erwähnt - schwächen kann. Abschließend möchte ich noch betonen, dass mir die Mischung im Kader aus Erfahrung und Jugend gut gefällt. Außerdem ist Konkurrenz auf allen Positionen wichtig.

Die Austria musste im Winter den Top-Torschützen abgeben. Dadurch ist wohl die aktuelle Schwäche im Abschluss zu erklären. Hast du dir schon Gedanken gemacht welche Verstärkungen, im speziellen auch im Sturm, du gern hättest? Setzt du dort auf die Jugend oder willst du einen erfahrenen Spieler? Wie viele Stürmer braucht die Austria?
Natürlich macht man sich Gedanken, wer passen könnte und wer nicht. Für mich muss ein Spieler immer ins Mannschaftsgefüge passen. Und das mache ich definitiv nicht am Alter fest. Er muss nur den nötigen Willen mitbringen, alles zu geben. Erfahren muss ein Spieler dann sein, wenn ich ihn im Team als Führungsspieler und Motivator einsetzen möchte. Ich habe auch schon in den Gesprächen mit Hubert betont, dass wir wieder einen Stürmer brauchen. Da gehen wir konform, aber wie viele dann dem Kader angehören werden, kann ich jetzt noch nicht sagen. Wir verfolgen aber das Ziel Talent zu fördern, jedoch ohne auf die nötige Erfahrung zu verzichten. Talente dürfen Fehler machen, dürfen Durchhänger haben - das gehört zur Entwicklung eines Spielers dazu. Bei erfahrenen Spielern setze ich da andere Maßstäbe. Solche Fußballer sind mindestens 30 von 36 Spielen am Platz und sollen die Mannschaft mitentwickeln. Da braucht es dann konstant gute Leistungen.
Mit der Kaderplanung haben wir mit ersten Gesprächen begonnen, aber noch ist nichts fix. Zuerst wird mit den aktuellen Kaderspielern gesprochen, um zu sehen wer welche Vorstellungen von seiner Zukunft hat.

Du übernimmst mit dem SC Austria Lustenau ein Team, dass nächstes Jahr unbedingt in die Bundesliga aufsteigen will. Damit lastet ordentlich Druck auf dem Team und dem Trainer. Wie gehst du mit dieser Situation um?
Ich sehe das eigentlich nicht als Druck, wenn man sagt, man möchte Meister werden. Für mich ist es das Schönste, wenn ich mit einer Mannschaft arbeiten darf, die ganz oben stehen möchte. In so einer Situation ist dann eine ganz andere Emotion dabei. Wenn man in der Tabelle ganz vorne mitmischt, bewirkt das etwas in der Mannschaft und schafft Selbstbewusstsein. Ich sehe es insgesamt eher als zusätzliche Motivation. Einige Spieler stehen noch am Beginn ihrer Karriere. In den ersten Jahren steckt man sich immer neue Ziele und will besser und besser werden. Bei der Austria kann ein junger Spieler Fuß fassen und sich weiterentwickeln. In der Bundesliga zu spielen ist sowohl für erfahrene als auch junge Spieler eines der wichtigsten Ziele. Das hat einen besonderen Stellenwert und macht dich als Fußballer natürlich wertvoller - auch in Blickrichtung eines Engagements im Ausland.
Als ich damals mit der Austria aufgestiegen bin, war das für mich ein unglaublich geiles Gefühl. Ich krieg heute noch Gänsehaut, wenn ich daran nur denke. Diese Erfahrung möchte ich den Spielern weitergeben. So eine Chance zu bekommen ist etwas besonderes und dafür müssen wir hart arbeiten.

Was sind deine Ziele für die letzten Spiele der aktuellen Saison?
Es ist wohl klar, dass ich gerne ohne weitere Niederlage die Saison beenden möchte. Zusätzlich wäre es toll, wenn wir mit guten Leistungen die Euphorie bzw. Aufbruchstimmung bei den Austria-Fans und Vereinsmitglieder auch für das kommende Jahr mitnehmen können. Mit Siegen könnten wir außerdem auch unser Selbstbewusstsein pushen. Ich werde mir alle Spieler in den kommenden Wochen genau anschauen und viele Gespräche führen.

Wie sehen bei dir die nächsten Tage aus?
Ich bin wie schon in Linz beim Spiel in Horn dabei und leite am Mittwoch meine erste Trainingseinheit. Dieser Ablauf wurde so gemeinsam mit dem Verein festgelegt, da ich es für sehr unprofessionell empfunden hätte, wenn ich bereits am Dienstag bzw. schon am Freitag die Mannschaft gecoacht hätte. Daniel (Ernemann) hat gute Arbeit geleistet und somit kann ich heute eine tolle Mannschaft übernehmen. Ein weiterer Vorteil: Durch die etwas spätere Übernahme hatte ich die Möglichkeit das Team noch als Außenstehender zu beobachten. So war es mir möglich schon einige Ideen und Punkte zu entwickeln.

Vielen Dank für deine Zeit Andreas und viel Erfolg!
Interview vom 17. April 2017


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