Chabbi: "Die Plätze werden nicht verschenkt, sondern durch Leistung erkämpft!"

Donnerstag, 07 April 2016

Am morgigen Freitag steigt das vorläufig letzte richtige Austria-Derby gegen den Namensvetter aus Salzburg bei uns im Reichshofstadion. Danach trifft man nur noch einmal auswärts aufeinander. Die Violetten treten am Ende der Saison den Zwangsabstieg an. Das morgige Duell verspricht auf alle Fälle Spannung, hat doch Salzburg in der letzten Runde Wacker Innsbruck besiegt. Auf der gestrigen Pressekonferenz standen Lassaad Chabbi und Marco Krainz Rede und Antwort.

Lassaad, wie schätzt du die Austria aus Salzburg ein?
Salzburg ist ein schwerer Gegner. Die Violetten haben letzte Woche Innsbruck geschlagen. Es zeigt sich somit wieder, dass die Meisterschaft nicht allein im Zweikampf der Führenden, sondern im Kampf mit dem 7. oder 8.-Platzierten entschieden wird. Wir haben eine ausgeglichene Liga. Es ist wie in England. Wer Meister wird oder absteigt, entscheidet sich in der letzten Runde. Wir wollen in allen Spielen alles geben und gewinnen und jede Chance nützen. Wir wollen noch möglichst viele Punkte machen. Es gab Experten, die uns zu Saisonbeginn als Abstiegskandidat Nr. 1 abstempelten. Wir haben das Gegenteil bewiesen. In der nächsten Saison wollen wir um den Meistertitel mitspielen.

Gibt die Tabellensituation die Möglichkeit her andere Spielsysteme auszuprobieren?
Das System haben wir bereits im Spiel gegen Liefering umgestellt. Wichtiger als Systeme sind erfolgreiche Spiele. Dass wir den Gegner unter Druck setzen und erfolgreich spielen. Wir trainieren jeden Tag verschiedene Dinge. Darauf müssen sich die Spieler auch im Match flexibel einstellen. Wichtig ist, dass nicht immer dieselben Spieler zum Einsatz kommen, sondern jene, die sich im Training durch Leistung empfohlen haben. Die Plätze werden nicht verschenkt, sondern durch Leistung erkämpft. Das gilt für die Jungen wie für Kapitän Christoph Stückler. Dessen Einsatz als Vorbild für alle gilt.

Marco, wie hast du dich hier in Lustenau eingelebt? Wie siehst du die Situation in Lustenau?
Am Anfang war es fern von der Familie schwierig. Auch vom Dialekt. Die Mannschaft hat mich perfekt aufgenommen. Der Trainer behandelt mich wie ein zweiter Vater und ich habe tolle Unterstützung von Daniel (Ernemann). Ich kannte die Liga bisher nicht, aber wir haben ein spielfreudiges Team. Ich bin voll überzeugt, dass wir ganz vorne mitspielen können. Derzeit fehlt uns noch die Erfahrung, aber diese kommt mit der Spielpraxis. Ich fühle mich wohl, weil ich neben erfahrenden Spielern wie Mario Bolter oder Pius Grabher spielen kann.

Wie geht man  als junger Spieler damit um viel auf der Bank zu sitzen, trotz deiner Leistung im Nationalteam?
Für einen 18jährigen ist es wichtig, Geduld zu haben. Man lernt auch viel, wenn man auf der Bank sitzt. Die internationalen Erfahrungen sind sehr interessant. Ich spiele gerne auf der klassischen Sechserposition. Dem U19 Team traue ich viel zu. Wir sind unter den Top 8. Wir haben Italien einmal und Deutschland sogar schon zwei Mal geschlagen. Ich traue uns sogar den Titel zu, obwohl wir nicht Favorit sind.

Lassaad, deine Meinung zu den Nachwuchsnationalmannschaften?
Es gibt viele Spieler, die in der Jugendnationalmannschaft eine wichtige Rolle spielten, sich aber in der ersten Bundesliga nicht durchsetzen konnten. Ein Spieler, der nur eine Position spielt und nur für diese Position ausgebildet wird, kann es nicht schaffen. Die jungen Leute müssen unterschiedliche Aufgaben erfüllen können, nur so wachsen sie. Ich sehe zwischen 6er- und 8er-Position nicht so einen großen Unterschied. Der 6er steht näher zur Abwehr und sichert ab, der 8er verbindet mehr nach vorne. Mit nur einer Position überlebst du nicht. Wer gut Fußball spielen will, muss flexibel sein. Es geht nicht nur um moderne Smartphones. Wer damit umgehen lernt, sollte auch auf dem Fußballplatz flexibel sein. Im Fußball gibt es schnelle und langsame Spieler. Marco ist als U19-Kapitän von Österreich ein schneller Spieler. Er hat Qualität mit Luft nach oben. Im Nationalteam spielt er auf der Sechserposition, bei uns werden wir noch sehen wo er endgültig seinen Platz findet. 

Ernemann: Man sieht das in den großen Mannschaften, Spieler oft auf anderen Positionen eingesetzt werden. Früher wurde das Spiel alleine vom 10er, dann vom 6er gemacht. Heute gilt das schon beinahe für die Innenverteidiger. Die jungen Spieler müssen also zeigen, dass sie mehr als eine Position spielen können.

Marco, was erhoffst du dir von den nächsten Runden?
Ich habe noch nie von Beginn an gespielt, wurde aber drei Mal eingesetzt. Ich gebe Vollgas, versuche mich weiter zu entwickeln und hoffe, so noch mehr Spielzeit zu bekommen. Für einen 18-jährigen ist das gut.

Wie viele Salzburg-Fans werden erwartet?
Ernemann: 200 Salzburger Fans sind angemeldet. Erfahrungsgemäß kommen nicht alle, sondern nur 70 %. Im letzten Match hatten wir gar keine Probleme.

Wie sieht der Kader aus? Sind alle Spieler an Bord? Pius hat sich ja im letzten Spiel die Nase gebrochen.
Chabbi: Es sind nicht alle Spieler fit - Mario Bolter und Pius Grabher sind fraglich. Aber das eröffnet den anderen die Chance auf einen Einsatz. Einige Spieler wie Lukas Tursch sind wieder gesund und haben ihren Trainingsrückstand aufgeholt. Jeder Spieler muss begreifen, dass jedes Training die Chance bietet, dazuzulernen und sich weiterzuentwickeln.

Wie sieht es mit der Kaderplanung aus? Gibt es Neuigkeiten?
Ernemann: Wir sind mit der Mannschaft und deren Entwicklung sehr zufrieden.

Chabbi: Kein Spieler will uns verlassen und bei der Austria bleiben. Das ist ein gutes Zeichen.

Nagel hat angekündigt, sich zwei, drei Positionen offen zu halten?
Chabbi: Wenn wir junge, gute, intelligente Spieler dazu bekommen, ist das immer gut.

Ernemann: Felipe und andere Spieler werden getestet. Die beiden (Anm. Felipe und Alves) machen bei den Amateuren gute Spiele und haben dadurch die Chance, sich für die Profis zu empfehlen.

Chabbi: Felipe ist eine Option für die nächste Saison. Das gilt für alle, die gut mit dem Team trainieren. Nur jene, die konkurrenzfähig sind, machen im Team Sinn.

Lassaad, der einzige Kaderspieler, der bisher nie zum Einsatz kam, war Philipp Roller. Wohin geht seine Reise?
Philipp Roller hat in der Vorbereitung sehr gut gespielt, so gegen St. Gallen. Außerdem hat er hat bei den Amateuren eine wichtige Rolle gespielt. Er hat einen guten Charakter und bekommt mit der neuen Ausländerregelung eine Chance auf Einstätze bei den Profis. Bei den Amateuren sind die Zuschauer kritisch und beurteilen die Leistung der Profis besonders kritisch. So muss sich jeder besonders anstrengen, wenn er sich für die Profis empfehlen will.

Fakten zum Duell:

  • In den Duellen zwischen dem SC Austria Lustenau und dem SV Austria Salzburg gewann in der Sky Go Ersten Liga jeweils die Auswärtsmannschaft.
  • Der SV Austria Salzburg gewann am 8. Spieltag beim SC Austria Lustenau mit 2:0. Das war das einzige zu Null der Salzburger in einem Auswärtsspiel dieser Saison der Sky Go Ersten Liga.
  • Der SC Austria Lustenau kassierte in keinem der 25 Spiele in dieser Saison der Sky Go Ersten Liga mehr als 2 Gegentore – als einziges Team.
  • Beim SV Austria Salzburg kassierten 7 Spieler 5 oder mehr Gelbe Karten (wie beim SK Austria Klagenfurt) – bei keinem Team mehr in dieser Saison der Sky Go Ersten Liga.
  • Nur beim SC Austria Lustenau musste noch kein Spieler in dieser Saison der Sky Go Ersten Liga eine Gelbsperre absitzen.
Team VS. Team 2

23.02.2018

Freitag, 18:30 Uhr

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